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Kinder- und Jugendclub Aladdin

Ein Kreuzberger Projekt zur Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

 

 

Hintergrund

Berlin ist die Stadt der tausend Gesichter und Möglichkeiten, und das wortwörtlich: Rund 25 Prozent der Berliner Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund. Friedrichshain-Kreuzberg gehört mit 36,6 Prozent Einwohnern mit Migrationshintergrund zu den Stadtteilen mit der größten Be­völ­kerungs­viel­falt. Bei den Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist es sogar eine Mehr­heit: über 60 Prozent stammen aus Einwandererfamilien.[1] Das Integrationskonzept des Berliner Senats trägt dieser Situation weitgehend Rechnung und bemüht sich um die soziale Integration und Förderung dieser Kinder und Jugendlichen. Es gibt dabei allerdings geographische und in­halt­li­che „Lücken“, in denen Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund wenig Förderung er­fahren.

 

Im geographischen Sinne ist die Kreuzberger Gegend um die Eisenbahnstraße, die westliche Köpe­nicker Straße und den Lausitzer Platz eine solche Lücke, in der es an Treffpunkten und stadt­teil­orien­tier­ten Angeboten für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund fehlt. Dieser Bereich gilt nicht als „Stadtteil mit besonderem  Entwicklungsbedarf“ im Sinne des Quartier­manage­ments. Doch auch hier überschreitet der Anteil der Anwohner mit Migrationshintergrund die 50 Prozent-Marke: überwiegend leben hier kinderreiche, sozial schwache Familien türkischer und arabischer Herkunft.

Zwei Kreuzberger Quartiersmanagmentbereiche (Zentrum Kreuzberg / Oranienstrasse und der Wrangel­kiez) sind zwar nur etwa einen Kilometer entfernt, doch die dortigen, geförderten Ein­rich­tungen stellen keine wirklichen Alternativen dar: Zum einen sind sie größtenteils mit den dortigen An­wohner­kindern ausgelastet, zum anderen ist bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund die Nähe zum eigenen Viertel sehr wichtig. Sie müssen die Möglichkeit haben, quasi als „Laufkundschaft“ die Angebote wahrzunehmen oder sogar von den Einrichtungen aktiv angesprochen werden.

 

Inhaltlich gesehen fehlt vor allem die außerschulische - zum Beispiel kreative - Förderung der Kindern und Jugendlichen aus Einwandererfamilien. In den Elternhäusern erhalten sie diese selten oder gar nicht. Arbeitslosigkeit und ein niedriges Bildungsniveau sind oft die Regel. Die Grund­be­dürf­nisse der Kinder an Nahrung, Kleidung und Schulmaterial werden gedeckt, darüber hinaus wird jedoch aktiv wenig zu ihrer Entwicklung beigetragen. Auch außerhalb der Elternhäuser gibt es keine solche Förderung: Zusatzangebote der Schulen konzentrieren sich zumeist auf (sprach­li­chen) Förderunterricht und Elternberatung. Außerschulische Aktivitäten sind in der Regel kosten­pflich­tig und werden deshalb eher von einer deutschen Klientel wahrgenommen.

Kreative Förderung von Kindern und Jugendlichen ist aber kein Luxus, sondern unterstützt maß­geb­lich die Entwicklung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit. Sie fördert Beobachtungsgabe, Kon­zen­tra­tion, Eigenverantwortung, Teamgeist und viele andere Fähigkeiten, die für die soziale Inte­gra­tion und für die allgemeine Lern- und Leistungsfähigkeit von erheblicher Bedeutung sind.



[1] Daten von 2007, veröffentlicht im Juli 2008, siehe www.berlin.de/lb/intmig/presse/archiv/20080702.1000.104149.html